Frauen Empowerment: Wie wir gemeinsam echte Veränderung bewirken können

Frauen Empowerment: Frauen in Jeansjacken mit langen Haaren und Blumenschmuck, die Arme um die Schultern und von hinten fotografiert
Foto von Becca Tapert auf Unsplash

Frauen Empowerment, Female Empowerment oder auch Woman Empowerment sind nicht nur Schlagworte – es ist eine Bewegung, die weltweit immer mehr an Bedeutung gewinnt. In einer Zeit, in der Frauen auch bei uns weiterhin mit Ungleichheiten und Barrieren konfrontiert werden, ist es umso wichtiger, dass wir aktiv für unsere Rechte und unsere Selbstbestimmung einstehen. Doch Empowerment bedeutet mehr, als nur den eigenen Weg zu gehen. Es ist ein kollektiver Prozess, bei dem Frauen gemeinsam stärker werden und sich gegenseitig unterstützen.

Wir befinden uns an einem Punkt, an dem nicht nur Unternehmen und Institutionen gefordert sind, für mehr Gleichberechtigung zu sorgen, sondern auch wir Frauen selbst. Wie können wir erwarten, dass die Gesellschaft uns unterstützt, wenn wir uns nicht gegenseitig als Verbündete sehen? Umso wichtiger ist es, dass wir Netzwerke aufbauen, uns gegenseitig fördern und aufhören, uns mit anderen zu vergleichen oder zu verurteilen. Frauen Empowerment beginnt bei jeder von uns selbst – und die Veränderung, die wir anstreben, kann nur dann nachhaltig sein, wenn wir an einem Strang ziehen.

Unternehmen in der Pflicht: Wie Firmen Frauen fördern können

Frauen Empowerment: Lachende Frau mit Laptop
Foto von Brooke Cagle auf Unsplash

Unternehmen spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Frauen zu stärken und ihre Karrieren zu fördern. Gerade in klassisch männerdominierten Branchen oder auf Führungsebenen sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Doch echte Gleichberechtigung beginnt dort, wo Frauen gezielt unterstützt werden – und das nicht nur als Marketingstrategie, sondern durch konkrete Maßnahmen und Programme.

Ein wesentlicher Schritt ist die Schaffung transparenter Aufstiegsmöglichkeiten. Studien zeigen, dass Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen erfolgreicher sind: Laut einer Untersuchung von McKinsey erzielten Unternehmen mit hoher Geschlechtervielfalt in Führungsteams um 21% höhere Gewinne als solche mit geringerer Diversität. Frauen brauchen Vorbilder in Führungspositionen, die ihnen zeigen, dass es möglich ist, an die Spitze zu gelangen. Programme wie das „Women in Leadership“-Programm von Google oder das „Business Women’s Network“ von SAP bieten gezieltes Mentoring und Weiterbildungsangebote, die Frauen den Weg ebnen und sie auf zukünftige Führungsaufgaben vorbereiten.

Flexibilität spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Familienfreundliche Arbeitsmodelle wie Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten tragen dazu bei, dass auch Frauen ihre Karriere mit familiären Verpflichtungen vereinbaren können. Das Aufbrechen patriarchaler Strukturen in unserer Gesellschaft, die weiterhin davon ausgehen, dass Frauen alleine oder zum Großteil für die Care-Arbeit in der Familie zuständig sind ist – das sei an dieser Stelle schon einmal erwähnt – natürlich auch ein elementarer Bestandteil von Frauen Empowerment.

Auch die Gehaltsgerechtigkeit ist ein zentraler Punkt. Trotz der Forderung nach „gleichem Lohn für gleiche Arbeit“ besteht in Deutschland immer noch ein Gender Pay Gap von etwa 18 % und sogar ein „Gender Gap Arbeitsmarkt“ von 39% (Statistisches Bundesamt, 2023). Firmen wie die Telekom und Ikea haben sich daher auf die Fahne geschrieben, regelmäßig ihre Lohnstrukturen zu überprüfen, um sicherzustellen, dass Männer und Frauen für vergleichbare Tätigkeiten gleich entlohnt werden. Diese Firmen werben auch insgesamt damit, für Gleichberechtigung in ihren Strukturen zu sorgen. Hoffen wir, dass es sich hierbei nicht nur um Marketing und Employer Branding sondern einen wirklichen Wandel handelt!

Frauen Empowerment: eine Frau sitzt in einem Ledersessel, lauter gelbe PostIts kleben auf ihrem Körper, ihrem Kopf und um sie herum. Sie zeigt sich einen Vogel.
Foto von Katherine Hood auf Unsplash

All diese Maßnahmen nützen jedoch wenig, wenn das Arbeitsklima nicht stimmt. Es muss eine Kultur der Wertschätzung und des Respekts herrschen, in der Frauen sich gehört und gesehen fühlen. Gender-Bias – also unbewusste Vorurteile gegenüber Frauen – sollte aktiv bekämpft werden. Anstatt darauf zu warten, dass sich eine Kultur der Gleichberechtigung und Gleichstellung von alleine einstellt, könnten insbesondere Unternehmen aus konservativen Branchen Schulungen durchführen, um Mitarbeitende für solche unbewussten Vorurteile zu sensibilisieren und eine gerechtere Arbeitskultur zu fördern.

Unternehmen haben nicht nur die moralische Verpflichtung, Frauen zu fördern – es liegt auch in ihrem wirtschaftlichen Interesse. Eine Untersuchung der Boston Consulting Group zeigt, dass gemischtgeschlechtliche Management-Teams im Schnitt 19 % mehr Innovationserlöse erwirtschaften als männlich dominierte Teams. Bain & Company fand heraus, dass gender-diverse Teams in 73% der Fälle bessere Entscheidungen treffen als Einzelpersonen, im Vergleich zu 58% bei rein männlichen Teams. Wenn Firmen Frauen stärken, stärken sie auch ihre eigene Zukunftsfähigkeit.

Die unsichtbare Last: Care-Arbeit und die Rolle der Frauen

Ein großer Teil der Verantwortung, die Frauen daran hindert, ihr volles berufliches Potenzial zu entfalten, liegt in der sogenannten Care-Arbeit. Darunter versteht man die unbezahlte Arbeit im Haushalt und bei der Pflege von Kindern und z.B. älteren oder kranken Angehörigen – Aufgaben, die noch immer überwiegend von Frauen übernommen werden. Studien zeigen, dass Frauen in Deutschland im Schnitt 44,3 % mehr Zeit als Männer für unbezahlte Care-Arbeit aufwenden (Statistisches Bundesamt) – man spricht hier auch vom Gender Care Gap. Diese Mehrbelastung führt dazu, dass viele Frauen ihre beruflichen Ambitionen zurückstellen oder nur in Teilzeit arbeiten.

Frauen Empowerment, Frauen und Care-Arbeit: Eine Frau sitzt an einem Bistro-Tisch, unter dem Tisch steht ein kleiner Junge, auf den sie blickt
Foto von Nathan Dumlao auf Unsplash

Doch woher kommt diese Ungleichverteilung? Die Wurzeln reichen tief in patriarchale Strukturen und traditionelle Geschlechterrollen. Historisch bedingt wurde Frauen die Rolle der „Fürsorgenden“ zugewiesen, während Männer die „Ernährer“ der Familie waren. Diese Rollenbilder haben sich über Jahrhunderte verfestigt und spiegeln sich bis heute in den Erwartungen der Gesellschaft wider. Trotz aller Fortschritte in Richtung Gleichstellung gibt es immer noch die unausgesprochene Annahme, dass Frauen sich stärker um Haushalt und Familie kümmern sollten – selbst dann, wenn sie gleichzeitig berufstätig sind.

Diese Verteilung der Care-Arbeit ist jedoch nicht nur ein individuelles, sondern vor allem ein strukturelles Problem. Gesellschaftliche und staatliche Rahmenbedingungen tragen dazu bei, dass Frauen oft in diese traditionelle Rolle gedrängt werden. Ein Beispiel dafür ist das deutsche Steuersystem, insbesondere das Ehegattensplitting, das finanzielle Anreize für ein ungleiches Einkommensverhältnis zwischen Ehepartnern schafft. Hinzu kommt, dass es oft an ausreichender Unterstützung durch Betreuungsangebote für Kinder oder Pflegebedürftige fehlt, was Frauen weiter in die Rolle der Hauptverantwortlichen für Care-Arbeit drängt.

Damit Frauen tatsächlich die Freiheit haben, beruflich aufzublühen, muss sich diese ungleiche Verteilung grundlegend ändern. Hier sind sowohl die Politik als auch die Gesellschaft gefragt. Eine bessere staatliche Unterstützung durch den Ausbau von Kindertagesstätten und Pflegediensten, flexible Arbeitszeiten für beide Geschlechter und steuerliche Reformen könnten einen großen Beitrag leisten. Vor allem aber müssen Männer mehr Verantwortung im Haushalt und bei der Betreuung von Kindern und Angehörigen übernehmen. Gleichberechtigung bedeutet, dass auch Care-Arbeit zwischen den Geschlechtern fairer verteilt wird.

Nur wenn sich dieser Bereich verändert, werden Frauen in der Lage sein, sich beruflich voll zu entfalten und ihre individuellen Ziele zu verfolgen, ohne von traditionellen Rollenbildern oder strukturellen Hürden zurückgehalten zu werden.

Frauen Empowerment beginnt bei uns: Frauen als stärkste Verbündete

Selbstbestimmung von Frauen: eine Gruppe von Frauen auf einer Treppe sitzend
Foto von Joel Muniz auf Unsplash

Wahre Stärke entsteht, wenn wir uns gegenseitig den Rücken stärken. Frauen Empowerment bedeutet, dass wir als Frauen erkennen, wie viel Kraft in unserer Gemeinschaft steckt. Statt uns in Konkurrenz zu sehen oder uns gegenseitig zu bewerten, sollten wir uns viel öfter fragen: Wie kann ich die andere(n) unterstützen?

Ich bin oft erschrocken, wenn ich selbst in der Generation meiner Tochter mitansehen muss, dass die alten Muster noch nicht ausgedient haben, in denen Vergleiche und Urteile über andere Menschen eine Rolle spielen – sei es, wie sie ihren Alltag meistern, ihre Karriere gestalten oder sogar, wie sie sich kleiden. In 2024 sollten wir nicht mehr so miteinander umgehen. Es ist dringend an der zeit damit aufzuhören und es ist essentiell unseren Kindern beizubringen, wie es besser geht: auf die Stärken der anderen schauen und uns gegenseitig feiern?

Der erste Schritt in Richtung Female Empowerment ist, uns als Verbündete zu sehen. Netzwerke zwischen Frauen sind unglaublich wertvoll. Sie geben uns die Chance, Erfahrungen zu teilen, uns zu motivieren und gemeinsam an Herausforderungen zu wachsen. Untersuchungen zeigen sogar, dass Frauen, die Teil solcher Netzwerke sind, oft erfolgreicher und zufriedener mit ihrem beruflichen Weg sind und von besseren Karrierechancen berichten. Verwunderlich ist das nicht, denn Männer gehen bereits seit Jahrhunderten erfolgreich auf diese Weise vor.

Netzwerke sind nicht nur für den beruflichen Erfolg wichtig. Sie geben uns auch emotionalen Halt. Wie schön wäre es, wenn wir uns mehr Raum geben würden, unsere Erfolge miteinander zu teilen, statt uns klein zu machen? Ein inspirierendes Beispiel sind Initiativen wie das „Global Women’s Network“, das Frauen weltweit vernetzt und unterstützt. Eine weitere Möglichkeit, uns zu stärken, sind Mentorships unter Frauen. Es gibt kaum etwas Wertvolleres, als von den Erfahrungen anderer zu profitieren. Mentorinnen helfen uns, die Hürden zu nehmen, vor denen sie selbst einmal standen. Und das Schöne: Mentoring ist ein Geben und Nehmen. Wir alle können voneinander lernen und wachsen.

Hören wir also damit auf, uns miteinander zu vergleichen und zu bewerten. Stattdessen sollten wir uns daran erinnern, dass jede von uns einen ganz eigenen Weg geht – in ihrem Tempo und auf ihre Weise. Und doch können wir gemeinsam so viel mehr erreichen. Indem wir uns gegenseitig unterstützen, wird Frauen Empowerment zu einer kraftvollen Welle, die uns alle weiterträgt.

Fazit: Frauen Empowerment – Gemeinsam sind wir stark

Persönliches Wachstum: ein Baumstamm auf dem viele Hände nebeneinander abgelegt sind.
Foto von Shane Rounce auf Unsplash

Frauen Empowerment ist mehr als nur ein Schlagwort – es ist eine Bewegung, die von uns allen getragen wird. Es beginnt mit dem Bewusstsein, dass wir als Frauen sowohl auf individueller als auch auf kollektiver Ebene für unsere Rechte und unsere Freiheit einstehen müssen. Unternehmen und Institutionen sind gefordert, faire Chancen zu schaffen und strukturelle Hindernisse abzubauen. Doch auch wir selbst tragen eine große Verantwortung.

Indem wir uns gegenseitig unterstützen, statt zu bewerten, und Netzwerke bilden, in denen jede Frau ihren Platz und ihre Stimme hat, können wir eine kraftvolle Gemeinschaft schaffen. Es liegt an uns, den Wettbewerb gegeneinander zu beenden und stattdessen Partnerschaften zu knüpfen, in denen wir uns stärken und wachsen lassen. Wenn wir uns als Verbündete sehen, als die größten Unterstützerinnen voneinander, entfalten wir unser volles Potenzial – und das strahlt auf kommende Generationen aus.

Lasst uns aufhören, uns klein zu machen oder uns von veralteten Strukturen aufhalten zu lassen. Lasst uns mutig unsere Grenzen setzen, Veränderungen angehen und Entscheidungen für uns selbst treffen – und dabei stets die Hand einer anderen Frau halten, die denselben Weg geht. Denn nur gemeinsam sind wir wirklich stark.

Teile diesen Beitrag:

Related Posts

Zwei Frauen halten Margeriten in die Kamera
Coaching
Mimi

Was sich wirklich verändert: Erfahrungen meiner Klientinnen

Coaching verspricht viel. Klarheit, Veränderung, mehr Selbstbestimmung. Aber was bedeutet das konkret? Was verändert sich wirklich, wenn eine Frau anfängt, an sich selbst zu arbeiten? Ich könnte dir das erzählen. Aber ich finde, es ist viel aussagekräftiger, wenn du es von den Frauen hörst, die es selbst erlebt haben. Wenn

zum Artikel

Abonnement

WomPowerment Newsletter

Tipps und Inspirationen in dein Postfach

Trage einfach unten deine E-Mailadresse ein und erhalte etwa alle zwei Wochen hilfreiche Tipps und Inspirationen rund um das Thema Self-Empowerment sowie News und Updates zu meinen Formaten und Angeboten.

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Super, du bist eingetragen und bekommst gleich eine E-Mail zur Bestätigung.

Du kannst der Verwendung deiner E-Mail-Adresse im Rahmen meiner Datenschutzerklärung für künftige Werbung jederzeit durch Betätigen des Abmeldelinks in jeder von mir gesendeten E-Mail oder eine formlose E-Mail an support@wompowerment.de widerrufen.

E-Mailkurs

Souverän und selbstbestimmt

7-tägiger Kurs zur Selbststärkung (für 0€)

Trage einfach unten deine E-Mailadresse ein und erhalte 7 Tage lang konkrete Inhalte, Aufgaben und Reflektionsfragen in dein Postfach. Dieser Kurs bietet dir eine praktische und einfache Möglichkeit, dein Selbstbewusstsein zu stärken, souverän durchs Leben zu gehen und deine Ziele zu verfolgen. Lass dich inspirieren und stärke dich für deine selbstbestimmte Zukunft!

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Super, du bist eingetragen und bekommst gleich eine E-Mail zur Bestätigung.

Du kannst der Verwendung deiner E-Mail-Adresse im Rahmen meiner Datenschutzerklärung für künftige Werbung jederzeit durch Betätigen des Abmeldelinks in jeder von mir gesendeten E-Mail oder eine formlose E-Mail an support@wompowerment.de widerrufen.