Erfolgreich im Job und dabei du selbst bleiben – geht das wirklich?

Foto einer Draht-Statue einer tanzenden Frau

Ich habe mein ganzes Leben lang versucht, mich zu verbiegen, um dazuzugehören. Es fing schon in der Schule an, dann in der Uni, in den ersten Jobs. Ich habe mich angepasst, meine Ecken und Kanten geschliffen, versucht so zu sein wie ich dachte dass man sein muss, um dazuzugehören.

Hat es funktioniert? Nicht wirklich. Ich hatte nie das Gefühl, komplett dazuzugehören. Egal wie sehr ich mich angepasst hatte.

Und gleichzeitig war ich auch mit Blick auf meine berufliche Entwicklung nicht besonders erfolgreich. Nicht so erfolgreich wie ich mir das gewünscht hätte.

Das änderte sich dann tatsächlich, als ich aufhörte mich zu verbiegen. Aber dazu gleich mehr.

Vielleicht kennst du das auch. Du willst im Job vorankommen, gehört werden, ernst genommen werden. Und gleichzeitig hast du das Gefühl, dass du dafür irgendwie anders sein müsstest als du bist. Ruhiger oder fordernder, durchsetzungsstärker oder nachgiebiger, weniger emotional oder leidenschaftlicher, mehr Ellenbogen oder teamfähiger. Jedefannls irgendetwas das du nicht bist oder nicht sein willst.

Die Frage die sich dann stellt: muss ich mich verbiegen um erfolgreich zu sein? Oder geht das auch anders?

Verbiegen ohne anzukommen

Selbstwert - Eine Frau im Gegenlicht, ihr Kopf von uns abgewendet, die sich eine Blume an die Brust drückt.
Foto von Sarah Wolfe auf Unsplash

Das Paradoxe an meinem jahrelangen Anpassen war also: es hat mir nicht geholfen. Und je mehr ich mich verbog, desto mehr verschwand ich.

Gleichzeitig blinkte da draußen die Botschaft von großen Plakatwänden: sei professioneller, sachlicher, zeig weniger Emotionen, sei mehr wie die anderen. Als ob das der Schlüssel wäre.

Ich habe schließlich irgendwann verstanden, dass ich den Kontakt zu mir selbst verliere, wenn ich versuche, jemand anderes zu sein. Natürlich hab ich das erst germerkt, als ich ihn schon längts verloren hatte. Ich wusste nicht mehr genau, was ICH eigentlich wollte, wo meine Grenzen sind und wer ich eigentlich bin, wenn niemand zuschaut. Und sowas wirkt sich aus, auf Entscheidungen, die Ausstrahlung, die Energie. Und auch die anderen spüren natürlich wenn jemand nicht ganz bei sich ist, auch wenn sie es nicht klar benennen können.

Das Verbiegen funktioniert also nicht nur nicht, sondern kostet dich auch deine Persönlichkeit.

Der Wendepunkt

Mein Wendepunkt kam mit der Selbstständigkeit. Aber ich will das gleich richtigstellen, denn ich weiß was du jetzt vielleicht denkst: „Schön für Mimi, aber ich bin angestellt und das wird sich so schnell nicht ändern.“

Der eigentliche Wendepunkt war nicht die Selbstständigkeit an sich. Es war das Gefühl, das damit kam: Selbstermächtigung. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, die Kontrolle über meine Arbeit zu haben. Ich musste nicht mehr in eine Unternehmenskultur passen, nicht mehr Erwartungen erfüllen die nicht meine waren, nicht mehr so tun als ob.

Und plötzlich lief es. Nicht weil ich auf einmal eine andere Person war, sondern weil ich endlich ich selbst sein durfte.

Dieses Gefühl von Selbstermächtigung ist natürlich nicht an die Selbstständigkeit gebunden. Es ist eine innere Haltung. Die Entscheidung, bewusst zu wählen statt nur zu reagieren. Die Erlaubnis, die du dir selbst gibst, du zu sein. Ich hab das erst durch diesen Schritt fühlen und dann auch leben können. Das funktioniert aber natürlich genauso gut im Angestelltenverhältnis, auch in einem engen Rahmen und auch wenn nicht alles perfekt ist. Denn es ist ein innerer Schift, der völlig unabhängig von äußeren Umständen ist.

Die innere Bewegung die stattfindet ist die von jemandem der funktioniert zu jemandem der wirkt.

Was authentisch sein im Job wirklich bedeutet

erfolgreiche Frau
Foto von Ryan Moreno auf Unsplash

Authentisch sein klingt manchmal nach einem Freifahrtschein. Einfach alles rauslassen, immer sagen was man denkt, keine Rücksicht nehmen. Das ist es nicht.

Authentisch sein bedeutet, dass das was du nach außen zeigst mit dem übereinstimmt was du innen bist: deine Werte, deine Art zu denken, deine Stärken aber vielleicht auch deine Macken und Quirks. Es bedeutet nicht, dass du keine Grenzen kennst oder keine Rücksicht nimmst. Sondern dass du weißt wer du bist und das nicht versteckst.

Im Job bedeutet das zum Beispiel: du vertrittst deine Meinung, auch wenn sie unbequem ist. Du kommunizierst deinen Stil, auch wenn er nicht dem Standard entspricht. Du bringst deine Stärken ein, auch die die vielleicht untypisch sind für deine Rolle oder dein Umfeld.

Ignorierst du dann ab jetzt gesellschaftliche Konventionen und Umgangsformen? Natürlich nicht! Wir bewegen uns hier in einem Spannungsfeld. Du stellst dich weiterhin auf dein Umfeld ein und passt dich auf eine gewisse Art und Weise an. Denn nur so funktioniert wertschätzender Austausch und zwischenmenschliche Beziehungen auf Aufgenhöhe. Aber genau das ist wichtig: Augenhöhe! Du hörst auf, dich einem System (z.b. dem in einem Arbeitsumfeld) komplett unterzuordnen. Du bleibst also anpassungsfähig, aber ohne dich zu verbiegen. Es gibt einen Unterschied zwischen Anpassen und Verbiegen, auch wenn der bestimmt nicht immer ganz Trennscharf ist. Generell lässt sich aber festhalten: Anpassung bedeutet, den Kontext zu lesen und entsprechend zu handeln. Verbiegen bedeutet, so zu tun als wärst du jemand anderes.

Das erste kostet dich etwas. Das zweite kostet dich alles.

Du selbst bleiben – auch im Angestelltenverhältnis

Okay, aber wie geht das konkret? Kleiner „Bummer“ an dieser Stelle: Du kannst nicht einfach von heute auf morgen beschließen authentisch zu sein und dann ist alles anders. Stattdessen ist es ein Prozess, und er fängt mit ein paar ganz konkreten Schritten an.

Eine junge Frau mit großen, roten Boxhandschuhen, die sie zur Verteidigung oben hat
Foto von David Suarez auf Unsplash
  • Der erste ist Selbstkenntnis.
    Was sind deine Werte? Was sind deine Stärken, auch die ungewöhnlichen? Wo liegt dein ganz eigener Stil, in der Kommunikation, in der Zusammenarbeit, in der Art wie du Probleme löst? Zu wissen, wer du im Job bist fängt damit an zu wissen wer du überhaupt in deinem Kern bist. Wann dir dabei ein Coaching hilft, und ob es sich für dich lohnt, schaue ich mir in diesem Beitra an.
  • Der zweite ist eine Erlaubnis.
    Die Erlaubnis die du dir selbst gibst, anders zu sein als der Standard. Das ist leicht hier hingeschrieben, aber oft der schwerste Schritt. Weil wir dahin trainiert und eben so sozialisiert sind, uns anpassen zu müssen um erfolgreich zu sein (oder um eben überhaupt dazuzugehören). Aber soll ich dir was verraten: oft ist es eben genau andersrum. Die, die gegen den Strom schwimmen, besondere Fähigkeiten haben oder eben herausstechen, das sind meistens die eigentlich erfolgreichen.
  • Der zweite ist eine Erlaubnis, auf zwei Ebenen.
    Erst die innere: die Erlaubnis die du dir selbst gibst, anders zu sein als der Standard. Das ist leicht hier hingeschrieben, aber oft der schwerste Schritt. Weil wir dahin trainiert und so sozialisiert sind, uns anpassen zu müssen um erfolgreich zu sein oder um überhaupt dazuzugehören. Aber soll ich dir was verraten: oft ist es eben genau andersrum. Die die gegen den Strom schwimmen, besondere Fähigkeiten haben oder herausstechen, das sind meistens die eigentlich erfolgreichen.
  • Und dann die äußere Erlaubnis: sichtbar damit zu sein. Hier kommt vielleicht die Angst ins Spiel, dass dein echtes Ich nicht gut ankommt. Dass du zu dann viel von irgendwas bist oder zu wenig, zu anders, einfach nicht mehr passend. Achtung! Genau das ist eine Stelle an der du schnell wieder in das Verbiegen zurückrutschen könntest. Die eigene Perspektive einbringen, die eigenen Stärken sichtbar machen, die eigene Stimme nutzen, auch wenn es sich anfangs ungewohnt anfühlt, das ist kein Risiko. Das ist der Weg.
  • Und der vierte Schritt, den ich für besonders wichtig halte: dein Umfeld.
    such dir Menschen um dich, die dich so mögen wie du bist. Kolleg:innen, Vorgesetzte, Netzwerke (wenn wir jetzt erstmal nur vom Arbeitskontext sprechen). Menschen die deine Art zu arbeiten schätzen, nicht trotz deiner Eigenheiten sondern genau deswegen. Die gibt es. Und sie machen einen riesigen Unterschied.

Fazit: Ja, es geht!

Portrait von Mimi, das Kinn auf ihre Hände gestützt

Du musst dich nicht zwischen Erfolg und du selbst sein entscheiden. Aber du musst aufhören zu glauben, dass Anpassen der einzige Weg ist.

Ich habe jahrelang gebraucht um das zu verstehen. Und ich wünschte, ich hätte es früher gewusst. Nicht weil die Zeit verschwendet war, sie hat mich zu der gemacht die ich heute bin. Sondern weil ich mir so viel Energie hätte sparen können, die ich ins Verbiegen gesteckt habe. Wie dieser Weg für andere Frauen ausgesehen hat, erzählen sie hier in ihren eigenen Worten.

Du selbst zu sein ist keine Schwäche. Es ist deine stärkste Karte. Und je früher du anfängst sie zu spielen, desto besser.

Wenn du merkst, dass du weißt wer du bist aber noch nicht so genau wie du das im Job zum Ausdruck bringen kannst, oder wenn du einfach jemanden brauchst der mit dir zusammen hinschaut, dann melde dich gerne bei mir. In einem kostenlosen Strategiegespräch schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst und was dein nächster Schritt sein könnte.

👉 Hier kannst du dir einfach einen Termin aussuchen

Ich freue mich, von dir zu hören ❤️

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